Was muss bei der Einrichtung eines Home-Offices beachtet werden?

Im Sinne der von der Regierung verfolgten Corona-Strategie der räumlichen Trennung von Menschen, bemühen sich derzeit aber viele Arbeitgeber initiativ, Home-Office-Arbeitsplätze einzurichten. Hier empfiehlt sich eine vertragliche Vereinbarung, die Erreichbarkeit, Stundenaufzeichnungspflichten, Auslagenersatzansprüche für Strom- und Telekommunikationskosten und ggf. Wegfall von im Betrieb geleisteten Sachbezügen regelt. Unternehmer sollten auch daran denken, dass sie mit Kunden ggf. Geheimhaltungsvereinbarungen abgeschlossen haben, deren Modalitäten natürlich auch im HomeOffice umgesetzt werden müssen. Auch Datenschutzvereinbarungen sind ggf. auf die Situation anzupassen.

Verlieren Mitarbeiter ihren Vergütungsanspruch, wenn Sie dem Arbeitsplatz fernbleiben, um eigene Kinder aufgrund einer virusbedingten Tagesstätten- oder Schulschließung betreuen?

Grundsätzlich behalten Arbeitnehmer ihren Vergütungsanspruch, wenn sie für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit aus persönlichen Gründen an der Arbeitsleistung gehindert sind. Hiervon umfasst ist auch die Betreuung von Kindern, wenn eine geplante Betreuung kurzfristig und ungeplant erforderlich geworden ist. Dies gilt auch für die aktuelle Situation von Kita- und Schulschließungen, jedenfalls für den Zeitraum von fünf Tagen. Die Arbeitnehmer haben jedoch die Pflicht, ihre Kinder nach Möglichkeit in die Obhut Dritter zu geben. Gelingt dies nicht, müssen sie für die Betreuung ggf. Urlaub nehmen. Auch die Vereinbarung einer unbezahlten Freistellung ist möglich.

Dürfen Arbeitnehmer nach Hause geschickt werden?

Grundsätzlich besitzen Arbeitnehmer einen Beschäftigungsanspruch. Dieser entfällt jedoch, falls schützenswerte Suspendierungsinteressen bei Ihnen als Arbeitgeber überwiegen. Dies ist bei nachfolgenden Umständen der Fall:

  • Arbeitnehmer zeigt grippeähnliche Symptome
  • Arbeitnehmer hat sich in einem Risikogebiet aufgehalten
  • Arbeitnehmer hatte Kontakt mit einer nachweislichen infizierten Person

Besteht keine Arbeitsunfähigkeit, kein Anspruch auf Krankengeld und keine hoheitlich angeordnete Quarantäne, ist das Arbeitsentgelt grundsätzlich fortzuzahlen. Der Arbeitgeber darf etwaigen Resturlaub auf die Suspendierung nicht anrechnen. Bei vereinbarten Arbeitszeitkontenmodellen kommt ein Verbrauch von Stundenguthaben oder auch der Aufbau von Minusstunden in Betracht.

Die Risikogebiete werden vom Robert-Koch-Institut unter folgender Internet-Adresse tagesaktuell publiziert:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html(externer Link)